Auf dem Weg zu einer neuen Paar-Kultur

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Auf dem Weg zu einer neuen Paar-Kultur

(Aus dem Artikel : “Vers une Nouvelle Culture du couple”)


Hortense Bernon
Psychologin

übersetzt von S. Bonnet und I.Tegeder

Sich für eine Änderung entscheiden

Die Menschheit leidet. Das sehen wir in allen menschlischen Verwirklichungen ; als hätten die Männer und Frauen, die wir sind, Schwierigkeiten, Glück, Entfaltung und Harmonie zu erzeugen und zu übernehmen. Dem Paar bleibt von diese Tendenz nicht erspart, obwohl es Werk der Liebe sein will. Als Ergebnis meiner Forschungen, Beobachtungen, gelernten Lektionen im Laufe meiner beruflichen Praxis und persönlichen Leben sind die folgenden Zeilen auch die Synthese eines gelebten Verständnis. In diesen Zeilen werden sie bestimmt nichts neues finden. Weil es nicht so sehr die neuen Kenntnisse, sondern die neuen Verhalten sind, die den Unterschied machen können! In Richtung der Intelligenz der Beziehungen, bis zur Veränderung unserer Verhaltens, zu gehen, kann uns schwer fallen. Es geht darum, zu entscheiden, geduldig und wahrhaftig zu lernen; es geht auch darum, bewusst werden und und von der Wichtigkeit überzeugt zu werden und zu akzeptieren, unsere “Spielkarte des Zarten” zu revidieren, alles, was vergeblich, verkrustet, steril, destruktiv ist und sich als uneffizient erwiesen hat, von unseren Konzepten und Prinzipien zu beseitigen: aus unseren Gesten, Ausdrücken, unserem Leben zu beseitigen, dass heisst, sich verweigern, uns unter das menschliche Niveau zu stellen, obwohl die ganze Kraft unserer Konditionnierungen und Glauben uns dazu treiben, dort zu bleiben. Wie kann es sein, dass die Liebebeziehung so oft mit einem Misserfolg, einer Trennung oder einem wenig befriedigendes Leben zu zweit, mit Leiden, Zerrungen, Hass, Groll, endet, öfter als mit Frieden? Alle sagen, viel darauf gesetzt zu haben, darauf alle ihre Hoffnungen auf ein moegliches Glueck fuer das eigene Dasein und mit dem Anderen gesetzt zu haben. Dabei vergessen sie, dass “darauf setzen”, das heißt, “sich darauf verlassen”, eine passive Haltung ist, im Gegensatz zu “sich widmen”, “das seinige tun” oder “sich die Mittel schaffen” und dabei vergessen sie auch die sinnhafte Verbindung zwischen “Werk” und Arbeit, Handlung. Das Paar wird dadurch Geisel der Erwartungen, die jeder Partner dem anderen gegenüber nährt. In Wahrheit verbirgt sich hinter diesen Erwartungen ein Mangel an emotionale Selbstständigkeit, eine Schwierigkeit sich selbst zu lieben, eine Unfahigkeit, sein Leben in die Hand zu nehmen oder ihm Sinn zu geben, sich als erwachsenes Individuum zu positionieren. ...

Die Illusion von Liebe

"Du machst mich wunschlos glücklisch, also liebe ich dich"
...

Der andere - Spiegel

"Ich verzichte auf dich als Mittel, mich zufrieden zu stellen. Ich sehe dich mir verschieden und wie einen Spiegel"
...

Ein Paar werden

...und von dem Zustand des Konsumenten zum Zustand des Gestaltenden, der auch derjenige der Arbeit an sich ist, gelangen.
...